Regel 15 Fehler
15.1 wenn ein Aufschlag nicht korrekt ist (Badminton-Regel 11.1);
15.2 wenn der Aufschläger beim Versuch, den Aufschlag auszuführen, den Federball nicht trifft;
15.3 wenn beim Aufschlag der Federball sich derart auf dem Netz verfängt, daß er auf der Oberkante hängen bleibt, oder beim Aufschlag nach Überfliegen des Netzes im Netz hängen bleibt;
15.4 wenn der im Spiel befindliche Ball
15.4.1 außerhalb der Begrenzungslinien des Spielfeldes den Boden berührt,
15.4.2 durch das Netz oder unter dem Netz hindurch fliegt;
15.4.3 das Netz nicht überfliegt;
15.4.4 das Dach, die Decke oder Seitenwände berührt;
15.4.5 einen Spieler oder die Kleidung eines Spielers berührt oder
15.4.6 irgendeinen anderen Gegenstand oder eine andere Person außerhalb der unmittelbaren Spielfeldumgebung berührt.
(Wo es aufgrund der Hallenkonstruktion erforderlich ist kann die örtliche Badminton-Organisation mit Zustimmung des Nationalverbandes Sonderregelungen treffen für Fälle, bei denen der Ball ein Hindernis berührt.)
15.5 wenn im Spiel sich der Anfangsberührungspunkt mit dem Federball nicht auf der Seite des Netzes des Schlag befindet. (Der Schlagende darf jedoch im Verlauf eines Schlages mit seinem Schläger dem Federball über das Netz folgen.)
15.6 wenn ein Spieler, während der Ball im Spiel ist,
15.6.1 das Netz oder dessen Haltevorrichtung mit dem Schläger, seinem Körper oder seiner Bekleidung berührt;
15.6.2 wenn ein Spieler mit dem Schläger oder seinem Körper über dem Netz in das gegnerische Spielfeld eindringt, mit Ausnahme der Regelung nach 15.5;
oder
15.6.3 wenn der Spieler mit dem Schläger oder seinem Körper unter dem Netz in das gegnerische Spielfeld eindringt und der Gegner dadurch behindert oder gestört wird.
15.6.4 den Gegner daran hindert, das heißt verhindert, einen zulässigen Schlag auszuführen, der dem Federball über das Netz folgt;
15.7 wenn ein Spieler während des Spiels seinen Gegner vorsätzlich durch irgendwelche Handlungen wie Rufen oder Gebärden ablenkt;
15.8 wenn der im Spiel befindliche Ball
15.8.1 vom Schläger aufgefangen und festgehalten wird und dann während der Ausführung des Schlages geschleudert wird; oder
15.8.2 vom selben Spieler zweimal hintereinander mit zwei Schlägen geschlagen wird;
oder
15.8.3 von einem Spieler und dessen Partner hintereinander geschlagen wird;
15.8.4 den Schläger eines Spielers berührt und seinen Flug fortsetzt in Richtung auf das hintere Ende dieser Spielfeldseite;
15.9 wenn ein Spieler wegen offenkundiger, wiederholter und anhaltender Verstöße nach Badminton-Regel 18 für schuldig befunden wird.
Erläuterungen
zu 15.4. 1 Der Ball ist erst aus, wenn er außerhalb des Feldes den Boden berührt hat. Wird der Ball vom Spieler oder dem Schläger berührt, bevor er mit dem Boden in Berührung gekommen ist, so ist er so zu werten, als wenn er das Spielfeld erreicht hätte. Es ist dabei vollkommen unbedeutend, wohin er, ohne berührt worden zu sein, geflogen wäre. Das trifft auch für den Fall zu, wo der Ball nach dem Aufschlag ganz offensichtlich nicht in das richtige Aufschlagfeld gefallen wäre.
Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn in einem Doppelspiel ein Spieler seinem Partner beim Erkennen von Ausbällen behilflich ist. Er soll es jedoch nur so machen, daß der Gegner dabei nicht behindert wird. Um Fehlentscheidungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, dabei nicht das Wort "aus" zu verwenden. Dieser Ausruf soll dem Schieds- und Linienrichter vorbehalten bleiben, damit bei den beteiligten Spielern kein Zweifel aufkommen kann. Die Mittellinie begrenzt beide Spielfeldseiten. Wenn diese Linie auch mit ihren Ausmaßen im rechten und im linken Feld liegt, begrenzt doch die ganze Linie das jeweilige Feld. Fällt ein Federball nach dem Aufschlag auf die Mittellinie, so gilt er als in das Aufschlagfeld gefallen. Würde diese Badminton-Regel anders ausgelegt, wäre es für den Linienrichter eine Zumutung, sich klar zu entscheiden, ob ein Federball auf die rechte oder linke Hälfte der Mittellinie gefallen ist.
Zu 15.4.4 Anmerkung: Im Bereich des Deutschen Badminton-Verbandes gilt bis auf Widerruf:
1. Eine Halle ist uneingeschränkt bespielbar, wenn sie eine lichte Höhe von 9,00 m aufweist. Bei einer Hallenhöhe von unter 5,00 m ist sie nicht bespielbar.
Die "lichte Höhe" einer Halle ist vom Boden bis zum untersten Teil der Deckenkonstruktion zu messen. Ist ein Deckenbalken vorhanden, auch wenn über ihm noch freier Raum ist, so mißt die "lichte Höhe" vom Boden bis zum untersten Rand des Balkens.
2. Bei einer lichten Hallenhöhe zwischen 5,00 m und 8,99 m ist der Aufschlag zu wiederholen, wenn der Ball die Decke bzw. Deckenkonstruktion berühmt. Berührt er jedoch während des Schlagwechsels die Decke bzw. Deckenkonstruktion, entsteht immer ein Fehler.
Zu 15.4.5 Es ist unerheblich, wo sich der Spieler befindet, wenn der Federball ihn berührt. Wird er außerhalb der Spielfeldgrenzen vom Federball getroffen, ist dies gleichwohl ein Fehler, da sich der Federball noch "im Spiel" befand.
Zu 15.4.6 Welche Maße als "unmittelbare Spielfeldumgebung" gelten, gibt weder der englische Originaltext noch eine entsprechende Erläuterung wieder. Aus dem Regeltext ist jedoch nach Sinn und Zweck der Vorschrift nicht zu schließen, daß das Berühren des Balles innerhalb dieser Umgebung keinen Fehler auslöst. Die Regel 15.4.6 will nämlich unter anderem den Tatbestand erfassen, bei dem eine Person (kein beteiligter Spieler), die zufällig sich in der Nähe des Spielfeldes befindet, vom Federball getroffen wird.
Für den Bereich des DBV gilt deshalb weiterhin, daß es unwesentlich ist, ob sich dieser Gegenstand/die Person im geschützten Spielraum außerhalb der Spielfeldgrenzen (0,30/1,30 m) oder darüber hinaus befindet.
Zu 15.5 Der Schlag auf den Ball darf nicht auf der gegnerischen Seite erfolgen. Es genügt, wenn ein Teil des Balles das Netz überflogen hat.
Nach dem Klammervermerk in Badminton-Regel 15.5 ist nur der Folgeschlag über das Netz in das gegnerische Feld erlaubt.
Zu 15.6.1 Es kommt bei der Erfüllung dieses Tatbestandes darauf an, daß der Ball noch "im Spiel" ist (siehe Badminton-Regel 17).
Zu 15.6.4 Eine weitere Behinderung liegt vor, wenn ein Spieler nahe am Netz den Federball nach unten schlagen will, dabei den zulässigen Folgeschlag über das Netz aber nicht durchführen kann, weil der Gegner seinen Schläger in der Nähe des Netzes hochhält mit der Absicht, den Ball abprallen zu lassen. Diese Handlung das Gegners ist als Fehler zu werten.
Zu 15.8 Der Ausdruck "deutlich geschlagen" wird in keiner Regel gebraucht und führt leicht zur falschen Auslegung dieser Regel. Wenn ein Schmetterball zufällig den gegnerischen Schläger trifft und von der Bespannung oder dem Rahmen abprallt, kann nicht von einem deutlich geschlagenen Ball gesprochen werden. Trotzdem ist es kein Fehler.
Prallt der Federball jedoch nicht zurück (weil er lediglich den Schläger berührt) und fliegt deshalb weiter auf das hintere Ende dieser Spielfeldseite zu, ist mit dem Berühren sofort auf Fehler zu entscheiden. Dies gilt auch, wenn die weitere Flugbahn nicht die direkte weitere Fluglinie darstellt sondern nach links oder rechts abweicht. Auch hier liegt bereits mit dem Berühren der Fehler vor. Die einzige Ausnahme ist in Absatz 1 beschrieben. Voraussetzung ist jedoch dabei, daß der Federball abprallt, also zurückfliegt oder fällt.
Es ist kein Fehler, wenn der Ball in Ausführung eines Schlages mit zwei seiner Teile (Kork und Fedem) den Schläger berührt, ganz gleich, ob zum selben Zeitpunkt oder nacheinander.
Die Regel will mit dieser Formulierung lediglich verhindern, daß der Ball mit dem Schläger aufgefangen und angehalten und dann ins gegnerische Feld geworfen bzw. geschleudert wird. Dieses sogenannte Löffeln oder Schaufeln ist als Fehler zu werten.
(Quelle: Deutsche Übersetzung des englischen Textes der Internationalen Badminton-Spielregeln der IBF mit Erläuterungen vom Deutschen Badminton Verband)